Das aktuelle Stichwort: Lutherdekade

Frankfurt a.M. (epd). Der Start der Luther-Dekade 2008 bis 2017 erfolgt am 21. September in Wittenberg. Zur Eröffnung gibt es in der Lutherstadt einen Festgottesdienst, einen Festversammlung und einen Empfang. Der Repräsentant des Weltluthertums, Bischof Mark Hanson, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) werden daran mitwirken. Der Starttermin wurde mit Bedacht auf den September gelegt: Im Herbst 1508 kam Martin Luther (1483-1546) erstmals nach Wittenberg. An der neu gegründeten Wittenberger Universität lehrte der Augustinermönch in der Folgezeit als Dozent Philosophie.

Die Luther-Dekade soll vorbereiten auf das Reformationsjubiläum 2017 - den 500. Jahrestag von Luthers Thesenanschlag am 31. Oktober 1517. Dieses Ereignis brachte die damalige Kirche in Aufruhr und markiert den Beginn der Reformation. Weltweit rund 400 Millionen Protestanten sehen in dem Wittenberger Thesenanschlag und seinen historischen Folgen ihre geistlichen und konfessionellen Wurzeln.

Die Luther-Dekade steht unter dem Motto "Luther 2017 - 500 Jahre Reformation". Die Dekade lade dazu ein, die elementaren Thesen des Reformators Luther mit den Fragen der heutigen Zeit zu verknüpfen, sagt der Theologe Stephan Dorgerloh. Von Oktober an wird er sich als EKD-Beauftragter in Wittenberg der Vorbereitung des Jubiläums widmen. In den zehn Jahren bis zu dem Großereignis sind eine Vielzahl von Veranstaltungen, Seminarreihen und Ausstellungen geplant. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den mitteldeutschen Lutherstädten Wittenberg, Eisleben, Erfurt und Eisenach. Auch die Tourismuswirtschaft hat das Ereignis mit internationaler Ausstrahlung bereits voll im Blick.

Bei der Vorbereitung des Reformationsjubiläums wirken Kirche, Staat und Gesellschaft zusammen. Im Herbst vergangenen Jahres wurde ein Kuratorium unter Vorsitz von Bischof Huber gebildet, das sich mit grundsätzlichen Fragen der Vorbereitung befasst. Ein Lenkungsausschuss ist für die Koordination der beteiligten Einrichtungen zuständig. Zudem gibt es einen wissenschaftlichen Beirat, der von dem Kieler Kirchengeschichtler Johannes Schilling geleitet wird.


30. Juli 2008

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