Bischof Huber: Lage der Christen im Irak gleicht Völkermord

Berlin (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, hat sich erneut besorgt über das Schicksal der rund 1,5 Millionen Christen im Irak geäußert. Was ihnen widerfahre, gleiche "ethnischen Säuberungen und Völkermorden an anderen Orten", sagte der Bischof am Samstag im RBB-Hörfunk. Inzwischen habe die Hälfte der Christen das Land verlassen.

Im Irak würden Christen als Kollaborateure angesehen, da die multinationalen Militärtruppen aus christlich geprägten Ländern stammten, erklärte Huber. Zudem versuchten Extremisten, sie mit Gewalt zum Übertritt zum Islam zu zwingen.

Zum Irakkrieg selbst sagte der Bischof, um eine Diktatur zu beenden, seien politische Mittel erforderlich. "Der vermeintlich gerechte Krieg gegen den Irak hat keinen gerechten Frieden gebracht." Ziel müsse es bleiben, die Lage im Land so zu verändern, dass die Menschenrechte geachtet werden.

Dazu gehöre, dass die Flüchtlinge eine Chance auf Rückkehr in ihre Heimat erhalten. Nötig sei aber auch, dass die Erstaufnahmeländer im Nahen Osten Unterstützung erhalten und dass die Staaten der Europäischen Union und auch Deutschland "ein Flüchtlingskontingent" aufnehmen.

05. April 2008

Wortlaut des Beitrages von Bischof Wolfgang Huber im RBB-Hörfunk

Karfreitagspredigt des EKD-Ratsvorsitzenden zum Thema

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